Sonntag, 24. Mai 2015

Unsere Grüne Insel (18) - Galway

Jede Woche, zum Wochenende hin fragen mich meine Kollegen, wo es dieses Mal hingeht. Die Reaktionen sind dann immer ganz unterschiedlich und reichen von guten Tipps bis hin zu der Aussage "Du hast schon mehr von Irland gesehen als ich!".

Letztes Wochenende waren wir also mal wieder unterwegs, haben die Insel komplett von Ost nach West durchquert und sind in Galway gelandet. Ziemlich kurz entschlossen könnte man so sagen: Donnerstag Nachmittag entschieden, Hotel gebucht, Freitag nach der Arbeit losgefahren.

Galway ist die viertgrößte Stadt der Republik Irland und gilt auch als diejenige mit der jüngsten Bevölkerung, was nicht zuletzt an den - ich glaube - zwei Universitäten liegt. Demzufolge hat Galway auch eine ausgesprochen attraktive Pubszene vorzuweisen. Außerdem, so wurde uns erzählt, findet in Galway eigentlich immer irgendein Festival statt. Letztes Wochenende war es das "Early Music Festival", das sich der barocken Musik gewidmet hat.

Unser Hotel lag genau am Rande des Latin Quarter und in unmittelbarer Nähe des Spanish Arch, also so ziemlich genau in der Mitte von allem. Relativ spät am Abend sind wir Freitag angekommen, aber weil es eben gleich um die Ecke lag, haben wir noch unser Willkommens-Bier in einem sehr netten Pub, dem Tig Coili (und fragt mich bloß nicht wie man das ausspricht), mit traditioneller Live-Musik zu uns genommen.

Der Samstag hat sich dann wieder für die Stadterkundung opfern müssen. Angefangen haben wir mit dem Wochenmarkt an der St. Nicholas Church: endlich ein Wochen-/Bauernmarkt, der mir ausgesprochen gut gefallen hat. Und in der Kirche selbst haben wir auch gleich eine kostenlose Hörprobe des Festivals mitbekommen.

Von dort aus ging es weiter an den Eyre Square, zur St. Nicholas Cathedral und am Fluss Corrib entlang zum Meer. Im Corrib soll man zu dieser Jahreszeit eigentlich Lachse flussaufwärts schwimmend beobachten können. Vor uns haben die sich natürlich aber mal wieder versteckt.




An der Küste sind wir über den Damm nach Mutton Island gelaufen. Dort befindet sich eine Wasseraufbereitungsanlange für Galway und damit hat die Insel eigentlich wenig Reiz, wenngleich man den Leuchtturm besichtigen kann sofern man sich vorher bei der Stadtverwaltung dafür angemeldet hat. Wenn man aber wie wir halblegalerweise über den Zaun des Damms klettert und an den Mauern der Wasseranlage entlangläuft, bieten sich einem schöne Ausblicke auf nistende Vögel, große Schiffe und die gegenüberliegende Seite der Galway Bay.

Als wir wieder zurück waren war es Zeit für einen Tee. Und den haben wir in einer unglaublich tollen kleinen Tee-Stube, dem Coupán Tae, direkt neben dem Jurys Inn eingenommen. Leute, wenn ihr in Galway seid geht dort hin!

Anschließend haben wir noch Lynch's Window in der Market Street gesucht. Das ist ein Denkmal aus dem 19. Jahrhundert für den einstigen Bürgermeister Lynch aus dem 15./16. Jahrhundert, der seinen eigenen Sohn zum Tode verurteilt hat, weil dieser einen Spanier in Galway ermordet hat. Und weil niemand dieses Urteil vollstrecken wollte, hat Mr. Lynch eben auch dieses selbst in die Hand genommen und ihn aus dem Fenster ihres Wohnhauses raus erhängt - man ließ ihn nämlich auch nicht das Haus in Richtung Hinrichtungsplatz verlassen. Diese schöne Geschichte ist eine mögliche Erklärung für die Entstehung des Begriffs Lynchjustiz.

Am Ende der Market Street waren wir dann in Cooke's Restaurant unglaublich gut essen (ich hatte fantastischen Galway Bay Lachs) und anschließend in Garavans Bar noch auf ein paar Drinks. Garavans Bar ist kürzlich von der Irish Times zu einer der vier besten Whiskeybars in ganz Irland ernannt worden - keine Frage also, dass ich da hin wollte.

Am Sonntag war dann mal wieder die Frage, mit welchen Zwischenstopps es nach Hause gehen sollte. Unsere Wahl fiel letztendlich auf die knapp 30km nördlich von Galway gelegene Friary of Ross, oft auch Ross Abbey genannt. Die Ruinen des Franziskanerklosters aus dem 14. Jahrhundert  zählen zu den besterhaltenen in ganz Irland und sind sehr beeindruckend. Vor allem geben sie mal wieder spannende Fotomotive ab. Ansonsten sind es halt Ruinen, wie es sie in Irland ziemlich häufig gibt. Insgesamt ein rundum gelungenes Wochenende!





English version:
By the end of each week my colleagues ask me about our plans for the weekend. The 
reactions are always different vary between insider tipps and phrases like "You put me on shame! You have seem more from Ireland than I have!"

Last weekend we have been on the road again. We crossed the country from east to west heading to Galway. It was kind of a spontaneous decision: decided on Thursday, booked a hotel, left on Friday just after work.

Galway is the fourth most populated city in the Republic of Ireland and has the youngest population as well what might be because of the two universities. Therefore the city offers a vibrant nightlife with a lot of nice pubs. And we were told that there was always a festival in Galway: so last weekend they celebrated the "Early Music Festival" with baroque music.

Our hotel was right beside the Latin Quarter near the Spanish Arch in the middle of everything. We arrived late in the evening and as it was just around the corner we had our welcome pint in a very lovely pub with traditional live music, the Tig Coili (please don't ask me how this is pronounced).

Saturday was all about sightseeing. We started with the Farmers Market next to Saint Nicholas Church. I really loved this place - it's the best farmers market in Ireland I've seen so far. In the church itself we had the chance to enjoy a free sample from the Early Music Festival.

Then we went on to Eyre Square, Saint Nicholas Cathedral and along the banks of river Corrib to the sea. At this time of year you should be able to see salmons swimming upstream in the Corrib if they don't hide as they did when we were there.

At the coast we walked over the dam to Mutton Island. A huge water plant is located on the small island and so it is not very charming. To visit the lighthouse you have to make an appointment with the city council in advance. But when you (half legally) cross the fence like we did and walk along the walls of the water plant you have the chance to enjoy beautiful views of Galway Bay and see lots of seabirds.

When we returned it was already teatime. And so we went into a lovely tearoom - Cupán Tae - next to Jurys Inn. Folks, when you are in Galway you have to go there, definitely!

Later on we were looking for Lynch's Window in Market Street. It's a monument build in the 19th century in memory of Mr. Lynch, mayor of Galway in the 15th or 16th century. It's said that Mr. Lynch sentenced his own son to death for the murder of a Spaniard. And as nobody wanted to enforce this judgement, Mr. Lynch himself hang his son - the crowd wouldn't allow him to leave his house - out of the window. This nice story is one of the possible explanations where the term "Lynch justice" comes from.

At the end of Market Street we then found Cooke's Restaurant where we had a fabulous dinner (I had delicious Galway Bay Salmon) followed by a few drinks in Garavans Bar. A couple of weeks ago Garavans Bar was appointed one of the four best whiskey bars in Ireland - so no doubt, I had to go there.

On Saturday we had to decide where we wanted to do a short stop on the way home. In the end we decided to go to the Friary of Ross also known as Ross Abbey, about 30km north of Galway. The ruins of the Franciscan friary of the 14th century are one of the best conserved ruins in Ireland and they are very impressive indeed. Most of all they are a perfect theme for nice pictures. But in the end they are just ruins as you will find all over the country. Nevertheless we had a perfect weekend in the Galway area.

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